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BASE MoVE - IoT sicher, multiprotokollfähig, energieeffizient und aktualisierbar

Beteiligte an der Hochschule

  • Dipl.-Inform. (FH), M.Sc. Marcus Thoss
  • Dipl.-Inform. (FH), M.Sc. Kai Beckmann

Kooperationspartner

  • Hochschule Darmstadt
  • Thermokon Sensortechnik GmbH, Mittenaar
  • Vonovia SE, Bochum
  • T-Systems International GmbH, Darmstadt
  • Entega AG, Darmstadt

Laufzeit

Beginn: Mai 2017
Ende: Dezember 2019

Finanzierung

  • s.u.

Kurzbeschreibung

Das Internet der Dinge (IoT) wird zunehmend präsent und drängt als Smart Home in den privaten Wohnbereich. Neue Geschäftsmodelle und Märkte entstehen auch für etablierte Marktteilnehmer wie Vermieter und Versicherungen. In Zukunft könnte ein „Smart Home“ zur Basisausstattung einer Wohnung gehören, wie heute ein Bad oder eine Küche. Bisher haben sich in diesem Bereich unterschiedliche, konkurrierende Technologien, Protokolle und Standards entwickelt. Es ist derzeit unklar, was sich mittel- oder langfristig durchsetzen wird.
Als Sicht eines Anbieters von Sensortechnik stellt sich die Frage, in welche Technologien investiert werden sollte, zumal heutige Geräte nur in der Lage sind, jeweils einen Standard zu unterstützen. Das hohe Risiko besteht, dass Investitionen in Technologien getätigt werden, die sich nach wenigen Jahren als nicht zukunftsträchtig erweisen. Wohnungsanbieter stehen vor der gleichen Situation, dass sich eine „Smart Home“-Grundausstattung nach wenigen Jahren nicht mehr mit neuen Geräten erweitern lässt. Dabei ist die starke Kopplung zwischen Heimautomationszentralen und unterstützter Sensortechnik mit Festlegung auf einen Hersteller ein hohes Investitionsrisiko. Für Endverbraucher ist es problematisch, eigene Geräte nach einem Wohnungswechsel nicht mit einer bereits vorhandenen Grundausstattung weiterverwenden zu können.
Ziel des BASE MoVE-Projekts ist die Entwicklung einer modularen IoT-Basis für zukünftige vernetzungsfähige IoT-Sensorikprodukte des Herstellers Thermokon. Diese soll die Grundlage sowohl für das bisherige Geschäftsumfeld des Zweckbaus als auch für die Entwicklung neuer Absatzmöglichkeiten im „Smart Home“-Umfeld bilden. Die Unterstützung mehrerer Funkprotokolle verbunden mit einer Aktualisierungsfähigkeit der Sensorsoftware soll der Entkopplung von Heimautomationszentralen dienen und langfristige Verwendbarkeit, Interoperabilität und das Schließen von Sicherheitslücken garantieren. Als Sicherheitsaspekte sind die Boot-Integrität, Autorisierung von Aktualisierungen und Modularisierung der Sensorsoftware zur Trennung der Schlüsselverwaltung von deren Nutzung bereits im Entwurf zu berücksichtigen. Die funkbasierte Datenübertragung erlaubt ein kostengünstiges Nachrüsten bestehenden Wohnraums ohne Veränderung der Elektroinstallation. Eine Energieversorgung durch Umgebungsenergie (Energy Harvesting) soll die Platzierung von Sensoren unabhängig von einer dauerhaften Energieversorgung oder durch Einsatz von Batterien erlauben. Dies vermeidet den größten Kostenfaktor im langfristigen Einsatz heutiger batteriegestützter Sensorik. Für Lösungen im Bereich des assistierten, altersgerechten Wohnens (Ambient Assisted Living AAL) eröffnet sich hierdurch die Möglichkeit, auch einfachen Wohnraum kostengünstig durch Assistenzfunktionen auszustatten.
Die praktische Einsetzbarkeit dieser Lösung wird sichergestellt durch die Kooperationspartner Thermokon Sensortechnik als mittelständischer Gerätehersteller, das Wohnungsunternehmen Vonovia mit besonderem Interesse an AAL-Lösungen für die Mieterschaft, die Telekom AG als Infrastrukturbetreiber und Anbieter von „Smart Home“-Produkten, sowie dem Versorger ENTEGA als Anbieter von produktübergreifenden Lösungen in der Gebäudeautomation.
Neben der Umsetzung einer neuen Basis für IoT-Sensorik soll eine Analyse mit nachfolgender Konzepterstellung Vorschläge für zukünftige Infrastrukturen zur Vernetzung und für die zentralen Funktionen im Smart Home liefern. Diese sollen den Übergang von heutigen proprietären Produkten in Richtung einer Basisausstattung für Wohnungen zum Ziel haben. Insbesondere soll die Möglichkeit eines Betriebs ohne Cloud-Anbindung ermöglichen, dass die Entscheidung über die Weitergabe von und Zugriff auf Daten gemäß des Privacy-by-Design-Prinzips bewusst durch den Endanwender getroffen werden kann und nicht Voraussetzung zur Erzielung des Mehrwerts eines Smart Home ist.
Dieses Projekt (HA-Projekt-Nr.: 530/17-12) wird im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.
Koordiniert von HA Hessen Agentur GmbH