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Ein Managementsystem für CORBA-Anwendungen

Beteiligte an der Hochschule

  • Prof. Dr. Reinhold Kröger
  • Dr. Markus Debusmann
  • Dipl.-Inform. (FH) Christoph Weyer

Kooperationspartner

  • Lufthansa Systems, Kelsterbach

Laufzeit

Beginn: Mai 1999
Ende: März 2001

Finanzierung

  • 100% Lufthansa Systems

Veröffentlichungen

  • M. Debusmann; R. Kröger: "Widening Traditional Management Platforms for Managing CORBA Applications", IFIP, Kluwer Academic Publishers, New Developments in Distributed Applications and Interoperable Systems: Third International Working Conference on Distributed Applications and Interoperable Systems, Seite 245-256, Editors: K. Zielinski; K. Geihs; A. Laurentowski, September 2001 (BibTeX)
  • M. Debusmann; R. Kröger; T. Kullmann; D. Lindner; T. Piwek; C. Weyer: "Eine Managementlösung zur Integration CORBA-basierter Anwendungen in bestehende Managementplattformen", BIK2001, April 2001 (BibTeX)
  • Umfangreiche Projektdokumentation.

Kurzbeschreibung

Unternehmen sind in den vergangenen Jahren weitestgehend abhängig geworden von der Rechnerunterstützung ihrer Geschäftsprozesse. Mit der steigenden Bedeutung von IT-Anwendungen für den Unternehmenserfolg hat ein Paradigmenwechsel für das IT-Management stattgefunden. Traditionelle Managementlösungen haben eine IT-Ressourcen-orientierte Sichtweise eingenommen und sich darüberhinaus i.d.R. auf bestimmte Bereiche beschränkt und diese isoliert betrachtet, wie etwa auf Desktops oder Server auf der Systemebene oder auf die Infrastrukturkomponenten der Netzwerkebene. Ergebnis ist eine aus der heutigen Managementperspektive fragmentierte Sichtweise. Heute wird dagegen eine von den Geschäftsprozessen ausgehende Betrachtung gefordert, die alle zu ihrer Erfüllung notwendigen Hard- und Software-Komponenten auf allen Systemebenen, also i.d.R. Netzwerk-, System-, Middleware- und Applikationsschicht, einbezieht und eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sich anbahnender Probleme (ein sogenanntes proaktives Management) ermöglicht.
Um dem Wunsch nach sich ändernden Anforderungen in den Geschäftsprozessen schneller gerecht werden zu können, wurden verteilte, mehrsträngige (Multi-Tier) Anwendungsarchitekturen entwickelt, welche eine Middleware als universelle Kommunikationsinfrastruktur innerhalb heterogener Systemumgebungen nutzen. Vor allem die herstellerunabhängige Common Object Request Broker Architecture (CORBA) der Object Management Group (OMG) hat eine breite Resonanz innerhalb der Industrie erfahren und wird in steigendem Masse zur Implementierung geschäftskritischer Anwendungen eingesetzt.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Managementsystems speziell für CORBA-Anwendungen, welches ein proaktives Management solcher Anwendungen ermöglicht und in die bestehende Managementumgebung der Lufthansa Systems GmbH (basierend auf HP IT Operations) integriert werden kann.
Zentrale Komponente des Managementsystems ist der sogenannte Management-Kern (siehe Abbindung). Er beschafft und bündelt anwendungsbezogen Informationen aus den verschiedenen Systemebenen bzgl. aller mit einer verteilten CORBA-Anwendung (hier Fluginformationssysteme) in Bezug stehenden HW- und SW-Komponenten des Systems und stellt dem eigentlichen Managementsystem (hier HP IT/O) und dessen Bedienungspersonal ein vereinfachtes, die Komplexität des verteilten Anwendungssystems reduzierendes Managementmodell zur Verfügung. Seine Aufgaben sind im einzelnen:
  • Integration aller verteilten Informationsquellen zur Beurteilung der für das Management relevanten Anwendungssituation (Anwendungslog, Systemlogs, SNMP MIBs)
  • Überwachung der eingesetzten Middleware-Komponenten (hier Orbix ORB, CORBA Dienste)
  • Interaktion mit der zu managenden CORBA-Anwendung über eine entwickelte generische Management-Schnittstelle
  • Anbindung an den Leitstand und dessen Managementsystem HP IT/O über einen Ereignislog und eine Aktionsschnittstelle
  • Anbindung einer graphischen Benutzerschnittstelle (Management GUI), um spezielle Sichten auf anwendungsspezifische Aspekte zu ermöglichen
Um eine sehr hohe Verfügbarkeit zu erreichen, ist der Management-Kern als selbstüberwachendes Prozeßpaar realisiert. Er bietet durch seinen modularen Aufbau größtmögliche Flexibilität, seine Funktionalität wird letztlich erst durch dynamisch ladbare Module festgelegt. Die bereitgestellte Lösung ist dabei durch neue Module, die einer definierten Modulschnittstelle genügen, beliebig erweiterbar. Durch Diagnose bestimmt der Management-Kern, abhängig von der Existenz und Funktionsbereitschaft zu benutzender Komponenten dynamisch seinen Betriebsmodus so, daß er zu jedem Zeitpunkt die maximal mögliche Funktionalität bereitstellt.